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Zertifizierung als Vorhofflimmer-Zentrum

Seit 2020 ist die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Herausgeber von Zertifikaten für Vorhofflimmer-Zentren.

Ziele der Zertifizierung

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft vertritt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie den Standpunkt, dass die Standards zur Durchführung einer Katheterablation
bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) stetig kritisch betrachtet und angepasst werden müssen, um dauerhaft eine gute Behandlungsqualität mit hoher Erfolgs und geringer Komplikationsrate zu gewährleisten. Das ist insbesondere auch deshalb notwendig, weil die Anzahl von Zentren und Kardiologen, die diese Intervention durchführen, rasant ansteigt. Im vorliegenden Positionspapier werden daher zunächst die aktuelle Datenlage zur Katheterablation von VHF sowie die Indikationsstellung zur Ablation, Komplikationen des Verfahrens und neueste Entwicklungen detailliert ausgeführt, bevor abschließend eine Darstellung der personellen, technischen und räumlichen, strukturellen sowie organisatorischen Anforderungen an klinische Zentren erfolgt, an denen Katheterablationen von VHF durchgeführt werden.

Kriterienkatalog Entwicklung & Aktualisierung

Die inhaltlichen Grundlagen für das Zertifikat werden vom Zertifizierungsgremium und der Autorengruppe gemeinsam mit der Akademie der DGK erarbeitet. Die konkreten Anforderungen sind im dazugehörigen Fragenkatalog festgehalten und basieren auf das veröffentlichte Papier als wissenschaftliche Grundlage.

Um sicherzustellen, dass das Zertifizierungsprogramm den aktuellen Entwicklungen in der medizinischen Versorgung gerecht wird, unterzieht das Gremium die Kriterien in regelmäßigen Abständen einer umfassenden Überprüfung – mindestens alle drei Jahre. Dabei wird beurteilt, ob inhaltliche Anpassungen erforderlich sind, um die Relevanz und Praxistauglichkeit der Vorgaben aufrechtzuerhalten.

Grundlage dieser Überprüfung bilden sowohl neue wissenschaftliche Erkenntnisse als auch Rückmeldungen und Erfahrungen aus bereits zertifizierten Einrichtungen. Auf Basis dieser Auswertungen trifft das Gremium begründete Entscheidungen über mögliche Aktualisierungen.

So wird gewährleistet, dass sich das Verfahren zur Zertifizierung immer an dem aktuellen Wissensstand und an den realen Bedingungen in den kardiologischen Einrichtungen orientiert, um dauerhaft hohe Qualitätsstandards in der Versorgung von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.

Ablauf Prüfverfahren

Im Fragenkatalog sind die Mindestanforderungen aufgeführt, die für die Erlangung des Zertifikats erfüllt werden müssen.

Qualifizierte Expertinnen und Experten, sogenannte Auditorinnen und Auditoren, prüfen die Einrichtungen, die sich um das Zertifikat bewerben, und überprüfen auf dieser Grundlage, ob die Anforderungen tatsächlich eingehalten werden.

Sollten geringfügige, gut begründete Abweichungen auftreten, haben die Einrichtungen die Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen, um alle Kriterien vor der Zertifikatserteilung zu erfüllen. Die Auditorinnen und Auditoren unterstützen die Einrichtungen mit praktischen Hinweisen zur Verbesserung ihrer Arbeitsabläufe und zur Steigerung der Versorgungsqualität.

Grundlage der Vergabe des Zertifikats

Über die Erteilung eines Zertifikates entscheidet das unabhängige Zertifizierungsgremium auf Grundlage der abschließenden Bewertung der Auditorinnen und Auditoren.

Die Einrichtungen sind vertraglich verpflichtet mitzuteilen, wenn die Erfüllung von Mindestanforderung nicht mehr sichergestellt werden kann. Dies führt zum Entzug oder Aussetzen des Zertifikats.

Falls eine Einrichtung nicht fristgerecht festgestellte Abweichungen beheben können, wird ein Zertifikat ebenfalls ausgesetzt oder entzogen.

Über uns

Die DGK ist eine gemeinnützige wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat:

  • die Wissenschaft auf dem Gebiet kardiovaskulärer Erkrankungen zu fördern – insbesondere durch jährlich stattfindende Tagungen,
  • die Beziehung der Mitglieder untereinander und mit anderen Fachgesellschaften zu pflegen,
  • den Nachwuchs qualifizierter Fachärzt*innen, Wissenschaftler*innen und Assistenzpersonals auf dem Gebiet kardiovaskulärer Erkrankungen zu fördern,
  • die Qualität der Aus-, Weiter- und Fortbildung sicherzustellen,
  • die Belange der kardiovaskulären Medizin in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Ein wichtiger Baustein zur Umsetzung dieser Ziele in der Praxis ist die Entwicklung von Zertifizierungsprogrammen für Institutionen und Personen. Kardiologische Einrichtungen können sich von der DGK auf verschiedenen Gebieten zertifizieren lassen. Dafür wurde vorab eine Vielzahl an Kriterien festgelegt, die eine Einrichtung erfüllen muss, um die jeweilige Zertifizierung zu erlangen. Durch dieses Verfahren wird eine Patientenversorgung mit besonders hoher Qualität gewährleistet.